Magen-Darm Blutung
Magen-Darm Blutung: ein ernst zu nehmender Notfall!
Dr. med. Lukas Schwake
Internist, Gastroenterologe, Proktologe
Magen- und Darmblutungen gehören zu den häufigsten Notfällen in der Inneren Medizin. Man versteht darunter den Abgang von hellem (rotweinfarbenem) oder dunklem (schwarzem) Blut aus dem Magen (Erbrechen) oder aus dem Enddarm, mit oder unabhängig vom Stuhlgang. Das Blutungsereignis kann plötzlich, d.h. akut, auftreten und ist für den Patienten dann meist sehr erschreckend und auch psychisch belastend. Es kann aber auch zu einem schleichenden, für den Betreffenden nicht sichtbaren, Blutabgang über den Stuhlgang kommen. Die Folge dieses ständigen unbemerkten Blutverlustes über den Darmtrakt ist das Auftreten einer Blutarmut, der sogenannten Anämie. Diese wird in den meisten Fällen erst durch eine Laboruntersuchung beim Haus- oder Facharzt bzw. in der Klinik diagnostiziert. Üblicherweise leiden Patienten mit chronischer Magen-Darm Blutung und Blutarmut gehäuft unter allgemeiner Kraftlosigkeit und Abgeschlagenheit. Häufig kommt es auch zum Auftreten von Schwindel und Kopfschmerzen sowie Konzentrationsstörungen. Die Ursachen von Magen-Darm Blutungen sind vielfältig. Blutiges Erbrechen wird häufig durch Geschwüre oder Entzündungen im Bereich der Speiseröhre oder des Magens und des Zwölffingerdarms verursacht. Blutabgang über den Enddarm hat seine Ursachen häufig im Vorliegen von Hämorrhoiden oder Entzündungen und Infektionen des Dickdarms. Daneben kommen eine Vielzahl weiterer Erkrankungen als Auslöser von Magen-Darm Blutungen in Betracht, so z.B. auch das Auftreten von Krampfadern in der Speiseröhre bei Leberzirrhose oder angeborene Gefäßmißbildungen, sogenannte Angiodysplasien. In manchen Fällen wird eine Magen-Darm Blutung auch durch eine Tumor- bzw. Krebserkrankung verursacht. In jedem Fall sollte der betroffene Patient umgehend mit seinem Haus- oder Facharzt Kontakt aufnehmen; beim Auftreten einer akuter Blutung sollte sofort die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden. Die Notaufnahme des St. Joseph Krankenhauses in Viernheim steht rund um die Uhr, d.h. 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche, für die Versorgung von Patienten mit Magen- oder Darm Blutungen zur Verfügung. Die Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die im St. Joseph Krankenhaus bei Patienten mit Magen-Darm Blutungen angewandt werden, sind vielseitig, modern und werden dem jeweiligen Krankheitsbild individuell angepasst. An erster Stelle ist sicherlich die Endoskopie zu nennen, d.h. die Magen- und Darmspiegelung. Dieses Untersuchungsverfahren ermöglicht neben der optischen Darstellung des Magen-Darm Traktes auch gleichzeitig die Stillung einer akuten Blutung, z.B. aus einem Magengeschwür. Magen- und Darmspiegelungen werden am St. Joseph Krankenhaus üblicherweise mit einer Beruhigungsspritze oder in Kurznarkose durchgeführt. Der Patient wird somit von Belastungen durch die Untersuchung weitestgehend verschont. Ein großer Vorteil der Endoskopie ist auch die Möglichkeit der Entnahme von Gewebeproben, die für den Patienten völlig schmerzfrei durchgeführt wird. Leidet der Patient unter einer Hämorrhoidenblutung, so ist als rasch verfügbares und schmerzfreies Therapieverfahren die Durchführung einer Verödungsbehandlung, der sogenannten Sklerosierung, möglich. Stellt sich im Rahmen der endoskopischen Untersuchung heraus, dass die Magen-Darm Blutung durch eine Tumorerkrankung verursacht wurde, so sind weitergehende Untersuchungs- und Behandlungsverfahren notwendig. Diese können am St. Joseph Krankenhaus in Zusammenarbeit mit der am Haus befindlichen radiologischen Praxis durchgeführt werden. Sollte eine Operation notwendig sein, so kann diese umgehend durch die drei am St. Joseph Krankenhaus niedergelassenen Chirurgen durchgeführt werden.
Vorsorge ist die beste Medizin ! Da sich in über 90% der Fälle Darmkrebs aus gutartigen Vorstufen, den sogenannte Polypen, entwickelt, sei an dieser Stelle auch die Vorsorgedarmspiegelung erinnert. Diese wird von den wissenschaftlichen Fachgesellschaften ab dem 55. Lebensjahr auch bei beschwerdefreien Männern und Frauen empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen komplett bezahlt. Liegt eine erbliche Veranlagung vor, d.h. treten familiär gehäuft Fälle von Darmkrebs oder Polypen auf, so ist die Vorsorgedarmspiegelung auch schon in jüngeren Jahren sinnvoll. Die Vorsorgedarmspiegelung ermöglicht die schonende nicht-operative Entfernung von Polypen im gesamten Dickdarm und stellt somit eine hervorragende Möglichkeit dar, das Auftreten von Darmkrebs schon im Frühstadium zu verhindern. Durch die am St. Joseph Krankenhaus vorhandene Fachinternistische Praxis werden Vorsorgedarmspiegelungen nach Voranmeldung gerne durchgeführt.