Ballengroßzehe
Ballengroßzehe, (Hallux valgus)
Schmerzfreies Gehen ist ein wichtiges Kriterium der Lebensqualität. Jahrelange Fehlbelastung kann zur Ausbildung eines Spreizfußes führen, wobei sich der Vorfuß verbreitert und die Grundgelenke der mittleren Zehen 2-4 schmerzhaft überbelastet werden. Als weitere Folge des Spreizfußes kann eine Fehlstellung der Großzehe entstehen, der sogenannte Ballenzeh, der mit medizinischem Fachausdruck als Hallux valgus bezeichnet wird.
Durch das Auseinanderweichen des Vorfußes entsteht ein Ungleichgewicht der an der Großzehe wirkenden Muskeln. Die Großzehe wird immer weiter nach außen gezogen und es entsteht eine häufig gerötete und schmerzhafte Vorwölbung über dem Großzehengrundgelenk.
Für die Ausbildung des Spreizfußes und des Hallux valgus sind neben Vererbungsfaktoren hauptsächlich Fehlbelastungen in ungeeignetem Schuhwerk verantwortlich. Hohe Absätze und enger Zehenbereich des Schuhs führen zu einer Überlastung des Vorfußes und häufig zur Ausbildung der genannten Fußdeformitäten.
Für die Ausbildung des Spreizfußes und des Hallux valgus sind neben Vererbungsfaktoren hauptsächlich Fehlbelastungen in ungeeignetem Schuhwerk verantwortlich. Hohe Absätze und enger Zehenbereich des Schuhs führen zu einer Überlastung des Vorfußes und häufig zur Ausbildung der genannten Fußdeformitäten.
Neben Schmerzen, die durch den vermehrten Druck und Entzündungen des Großzehenballens entstehen, kann es im Laufe der Zeit durch die Fehlstellung und Fehlbelastung des Gelenkes zu Verschleißerscheinungen und zur Ausbildung einer Arthrose des Gelenkes kommen.
Behandlung:
Grundsätzlich gibt es hier die konservative (nicht operative) Behandlung und die operative Therapie. Die konservative Behandlung ist nur bei leichte Fälle in einem frühen Stadium erfolgversprechend. Insbesondere bei größeren Gehstrecken und auch bei langem Stehen sollten bequeme Schuhe mit ausreichend Zehenspielraum und flachem Absatz getragen werden. Fußgymnastik zur Kräftigung der Zehenbeuger und Abspreizübungen der Großzehe können das muskuläre Ungleichgewicht günstig beeinflussen. Auch Barfußgehen auf weichem Sand oder Gras trägt zur Kräftigung der Fußmuskulatur bei. Hilfsmittel in Form von Einlagen, Lagerungsschienen können ein Fortschreiten der Deformität verhindern. Druckentlastende Schaumstoffpolster werden zur Schmerzlinderung des chronisch gereizten Großzehenballen eingesetzt. Wenn aber dauerhaft Beschwerden bestehen ist die operative Korrektur die einzige erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeit.
Um die Fehlstellung zu korrigieren und normale Belastungsverhältnisse wieder herzustellen sind weit über 100 verschiedene Operationstechniken bekannt. Abhängig vom Ausmaß der Deformität muss für jeden Patienten individuell die geeignete Prozedur ausgewählt werden. Meistens ist die Kombination einer Verlängerung der verkürzten Sehnen mit einer Korrektur des ersten Mittelfußknochens erforderlich. Dieser wird entweder an der Basis oder am Zehengrundgelenk durchtrennt und in korrigierter Stellung mit Schrauben oder Drähten fixiert. Bis der Knochen vollständig verheilt ist, muss nach der Operation für 6 Wochen ein spezieller Vorfuß-Entlastungsschuh getragen werden. Schrauben, die zur Fixierung verwendet wurden können meistens im Knochen belassen werden, eingebrachte Drähte werden in der Regel nach 6 Wochen in einem kleinen Eingriff wieder entfernt. Abhängig von der beruflichen Tätigkeit besteht Arbeitsunfähigkeit zwischen 2-8 Wochen. Büroarbeit kann meistens schon nach 2 Wochen wieder aufgenommen werden. Korrekturoperationen des Vorfußes können ambulant oder im Rahmen eines 2-3 tägigen stationären Aufenthalts durchgeführt werden. Die Kosten werden bei medizinischer Indikation von der Krankenkasse übernommen.



