Arteriosklerose der Beinarterien

Arteriosklerose der Beinarterien (SchaufensterKrankheit)

Die Arteriosklerose ist eine chronische, oft schon im jugendlichen Alter beginnende generalisierte Verkalkung der Arterien. Im Regelfall spielt sich die Arteriosklerose in sämtlichen Gefäßen des betroffenen Organismus ab. Gewisse Gefäßabschnitte weisen jedoch besonders ausgeprägte Veränderungen auf. Solche sind die hirnversorgenden Gefäße, die Bauchhauptschlagader mit den Becken- und Beinarterien sowie die Herzkranzgefäße. Sind die Beinarterien betroffen, handelt es sich um die periphere arterielle Verschlusskrankheit (AVK) - im Volksmund „Schaufensterkrankheit“ genannt. In Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Menschen an einer AVK. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Die Arteriosklerose ist anlagebedingt und wird durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck (Hypertonie), Fettstoffwechselstörung (Hyperlipoproteinämie bzw. Hypercholesterinämie), Nikotinabusus, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht, Bewegungsmangel und pathologische Stresssituationen besonders gefördert. Im Verlauf der Krankheit kommt es zur Verhärtung, Verdickung, Elastizitätsverlust u. Lumeneinengung der betroffenen Arterien.

Die Symptome sind Schmerzen der Waden mit Gehstreckenbegrenzung, Kribbeln und Kälte- gefühl sowie rötlich - livide Verfärbung der Beine bzw. Füsse.
Es werden vier Stadien(nach Fontaine) unterschieden: Im St .I Beschwerdefreiheit bei normalen Alltagsbelastungen. Im St. II ist schmerzfreie Gehstrecke eingeschränkt u. der Schmerz n. Belastung vergeht wieder in Ruhe(„Schaufensterkrankheit“).Im St. III liegt bereits ein Ruheschmerz des Fußes vor. Im St .IV offene Wunden an den Zehen (Gangrän).

Bei der Diagnosestellung stehen zunächst Anamnese und körperliche Untersuchung im Vordergrund(Inspektion und Palpation der Pulse). Gehstreckenmessung sowie Ultraschalluntersuchung der Gefäße sollten vor einer invasiven Diagnostik durchgeführt werden. Mit Hilfe der Dopplerschalluntersuchung lässt sich die Verschlusskrankheit nicht nur hämodynamisch einschätzen, sondern auch lokalisieren. In einigen Fällen ist Angiographie notwendig. Die Angiographie kann heute in digitaler Substraktionstechnik invasiv oder mittels Magnet- Resonanz- Tomographie (Kernspin) nicht invasiv durchgeführt werden. Die digitale Subtraktionsangiographie (DSA) wird durch Einbringen eines Katheters in die Bauchhauptschlagader über die Leistenarterie und Kontrastmittel-Gabe durchgeführt. Die Indikation zur DSA ist grundsätzlich immer dann zustellen, wenn gleichzeitig eine Lokale Therapie mittels Ballonerweiterung o.ä. angestrebt wird

Die Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) hängt vom klinischem Stadium ab. In allen Stadien sind Risikofaktoren zu beseitigen, um ein Fortschreiten des Leidens zu verhindern. Dazu gehören Gewichtskontrolle, Nikotinentwöhnung, körperliche Bewegung, Beseitigung evtl. Stoffwechselentgleisungen (Fett- und Zuckerstoffwechsel).
Im Stadium II wird die Behandlung mit Gehtraining und Blutverdünnende Medikamente, wie ergänzt. Bei unbefriedigendem Erfolg und deutlicher Behinderung, beispielsweise durch eine Verengung oder einen Verschluss in der Becken- oder Oberschenkelarterie und im Stadium III ist eine Ballondilatation (PTA) des betroffenen Gefäßabschnittes mit oder ohne Stentimplantation (Metallstütze) angezeigt.
Nicht alle Läsionen sind jedoch mittels Ballondilatation angehbar. Bei langstreckigen Verschlüssen bzw. fortgeschrittenen Gefäßverengungen kommen verschiedene gefäßchirurgische Behandlungsverfahren in Betracht ,wie z.B. die Thrombendarteriektomie (TEA) oder die Gefäßbypass-Anlage .
Im Stadium IV können zusätzlich, unter stationären Bedingungen, verschiedene durchblutungsfördernde Infusionstherapien durchgeführt werden, um Amputationshöhe und
–ausmaß zu reduzieren.
Um den diagnostischen und vor allem auch therapeutischen Anforderungen der modernen Medizin gerecht zu werden und um eine möglichst effektive und anhaltende Therapie zu erreichen, ist eine lückenlose Zusammenarbeit zwischen dem Hausarzt, dem angiologisch tätigen Internisten, dem gefäßversierten Radiologen und dem Gefäßchirurgen unerlässlich.

Feryal NayirFachärztin f. Radiologische Diagnostik

 

Sitemap

  |  

Kontakt

  |  

Impressum

  |  

Sitemap

  |  

Kontakt

  |  

Impressum

  |  

Sie sind hier:  >> Arztberichte